Die letzte Schlacht der Anne de Bretagne

Einem multidisziplinären Team von Forschenden des Inrap, des CNRS, der Universitäten von Ottawa, Rennes 2 und Toulouse III Paul Sabatier und des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig ist es gelungen, die Skelettüberreste von Soldaten zu identifizieren, die an den letzten Kämpfen im Rahmen der Belagerung von Rennes im Jahr 1491 beteiligt waren. Sie sind die einzigen Zeugen dessen, was sich vor Ort zugetragen hat, als die Armeen der Herzogin Anne de Bretagne und des Königs von Frankreich aufeinandertrafen.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Nutzpflanzen gegen Umweltfaktoren resistenter machen

• LMU-Biologen haben die Lichttoleranz von Blaualgen mittels künstlicher Evolution im Labor deutlich gesteigert und über 100 beteiligte Mutationen identifiziert
• Die meisten Mutationen verändern die Eigenschaften von Proteinen
• Langfristig wollen die Forscher mit ihren Ergebnissen dazu beitragen, Nutzpflanzen robuster gegen Umweltveränderungen zu machen.

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Verhaltensänderungen beim Eisessen

Verhaltenspsychologen haben Lernen und Evolution in einer Theorie vereint.

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Korallen, die Algen spucken

Mikroalgen aus der Gruppe der Dinoflagellaten gehen seit Urzeiten intrazelluläre Symbiosen mit Korallen ein. Ein Forschungsteam vom Centre for Organismal Studies der Universität Heidelberg hat nun herausgefunden, dass solche Symbiosen von der Fähigkeit der Algen abhängen, das Immunsystem ihrer Wirtszelle zu unterdrücken und so die Beseitigung durch „Ausspucken“ zu vermeiden. Die Wissenschaftler fanden außerdem Hinweise darauf, dass es sich bei dieser Immunantwort um einen evolutionär alten Abwehrmechanismus handelt, der weiter verbreitet ist als bisher angenommen.

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Gläserner Fisch ohne Schädeldach

Senckenberg-Wissenschaftler Ralf Britz hat mit gemeinsam mit US-amerikanischen Forschern die evolutionäre Skelettentwicklung von Danionella dracula, einem winzigen, durchsichtigen Fisch untersucht. Den Fischen fehlen mehrere Knochen – unter anderem das Schädeldach – und gleichzeitig besitzen sie hochspezialisierte Kommunikationsorgane. Aufgrund dieser Eigenschaften wird Danionella gerade zu einem wichtigen Modellorganismus in der neurophysiologischen Forschung. Die Studie erscheint im Fachjournal „Developmental Dynamics“ und ziert dort das Titelbild.

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Schutz-Symbiose führt zu Genverlust beim bakteriellen Partner

In einer neuen Studie in PNAS konnten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie und der Universität Mainz zusammen mit einem internationalen Forschungsteam zeigen, dass das Genom der Symbiose-Bakterien von Bienenwölfen im Begriff ist, sich auf die wichtige Schutzfunktion zu reduzieren: die Antibiotika-Produktion. Das Genom der Bakterien ist von großem Interesse, um die Evolution und den Prozess der Genomerosion zu verstehen, und um nachzuvollziehen, wie sich die Kooperation und der gegenseitige Nutzen von Bakterien und ihren Wirtsinsekten über lange Zeiträume entwickelt haben.

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Zellkern-Erbgut aus Höhlensedimenten gibt Einblicke in unsere Vergangenheit

Forschern vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig ist es erstmalig gelungen, chromosomale DNA von Neandertalern aus Höhlensedimenten zu isolieren und zu analysieren. Benjamin Vernot und Kollegen haben Zellkern-DNA von Neandertalern aus Höhlenablagerungen in Nordspanien und Südsibirien untersucht und konnten feststellen, dass dort vor etwa 100.000 Jahren eine Population durch eine andere ersetzt wurde. Die Untersuchung chromosomaler DNA aus Sedimenten kann Forschern auch an anderen Fundstätten neue Einblicke in die menschliche Vergangenheit geben, ohne dass sie auf den Fund fossiler Knochen und Zähne angewiesen sind.

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Trade-offs in the pelvic floor contribute to the evolution of difficult childbirth in humans

Compared to most other primates, humans are characterized by a tight fit between the maternal birth canal and the fetal head, leading to a relatively high risk of neonatal and maternal mortality and morbidity. Why the human birth canal has not evolved to be larger and reduce these risks has long been a topic of debate. A new study, published in PNAS and co-led by Dr. Nicole Grunstra, affiliated scientist in the Mammal Collection at the Natural History Museum of Vienna, highlights the role of the pelvic floor in constraining human pelvic evolution.

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Die menschliche Geburt: Eine evolutionäre Kompromiss-Geschichte

Verglichen mit vielen anderen Primaten ist die menschliche Geburt relativ schwierig, da der Kopf des Babys im Vergleich zum Geburtskanal sehr groß ist. Dieses Schädel-Becken-Verhältnis erhöht das Risiko für Geburtskomplikationen. Lange wurde vermutet, dass der aufrechte Gang des Menschen eine evolutionäre Vergrößerung des Beckens verhinderte. Biolog*innen der Universität Wien haben in einer aktuellen Studie im Fachmagazin PNAS eine andere Erklärung gefunden: Ein größerer Beckenkanal erschwert es dem Beckenboden, den Fötus und die inneren Organe zu halten und erhöht das Risiko für Inkontinenz.

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Beckenboden mitverantwortlich für die Evolution der menschlichen Geburtsprobleme

Im Gegensatz zu den meisten anderen Primaten sind menschliche Neugeborene im Vergleich zur Breite des mütterlichen Geburtskanals sehr groß, was zu einem hohen Risiko sowohl für das Baby als auch die Mutter werden kann. Warum der menschliche Geburtskanal im Laufe der Evolution nicht breiter geworden ist, um dieses Risiko zu minimieren, wird seit langem intensiv diskutiert. Eine neue Arbeit im Wissenschaftsjournal PNAS, deren eine Hauptautorin die mit der Säugetiersammlung des NHM Wien assoziierte Forscherin Dr. Nicole Grunstra ist, hat sich jetzt dem Trade-Off zwischen Stützungs- und Geburtsfunktion des Beckenbodens bei der Evolution des menschlichen Beckens gewidmet.

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Wie entstand unser Knochenstoffwechsel? Einblick in die Evolution der Knochen

Forschende am Museum für Naturkunde Berlin und am Musée national d’histoire naturelle Paris haben erstmals in 400 Millionen Jahre alten Fischfossilien Knochenzellen untersucht um herauszufinden, wie das hochkomplexe Netzwerk evolutiv entstand. Die Proben aus der Forschungssammlung des Museums wurden am Helmholtz-Zentrum Berlin im Rasterelektronenmikroskop untersucht. Die Forschenden fanden heraus, dass sogar in frühen fossilen Wirbeltieren Knochenzellen die Knochenmineralien auflösten, speicherten und wiederherstellen konnten. Diese Fähigkeit verschaffte den Fischen mit Knochenzellen einen Vorteil der möglicherweise so tiefgreifend war, dass er die Evolution der Wirbeltiere veränderte.

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Insight into the evolution of bones

Modern biology considers bone cells as essential for bone development and health. However, when bone initially evolved some 400-million years ago, it did not contain bone cells. So why did bone cells evolve? A joint team of palaeontologists at the Museum für Naturkunde Berlin and the Muséum national d’histoire naturelle Paris has now for the first time analysed these structures in 400 million-year-old fossil fishes in the collection of the museum. To be able to view these structures, tomography experts at the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) examined the samples under the focussed ion beam of a scanning electron microscope to calculate 3D images from the data.

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In search of the first bacterium

Evolutionary biology: publication in Communications Biology

What did the ancestor of all bacteria look like, where did it live and what did it feed on? A team of researchers from the Institute of Molecular Evolution at Heinrich Heine University Düsseldorf (HHU) has now found answers to these questions by analysing biochemical metabolic networks and evolutionary trees. In the journal Communications Biology, they report on how they can now even infer the shape of the first bacterium.

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Woher kommen die Geschlechtsunterschiede des menschlichen Beckens?

Das Becken ist jener Teil des Skeletts, bei dem die größten Unterschiede zwischen den biologischen Geschlechtern auftreten. Der Geburtskanal im weiblichen Becken ist weiter, und die Gestalt des weiblichen Beckens macht so die Geburt von unseren großen Babys mit ihren besonders großen Köpfen erst möglich. Bisher wusste man nicht, wann diese Unterschiede in der menschlichen Evolution entstanden sind. Barbara Fischer von der Universität Wien und ihre Koautor*innen veröffentlichten nun in einer Studie in Nature Ecology & Evolution neue Erkenntnisse über das evolutionäre Entstehen der Geschlechtsunterschiede im Becken.

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When synthetic evolution rhymes with natural diversity

Researchers at GMI – Gregor Mendel Institute of Molecular Plant Biology of the Austrian Academy of Sciences, the University of North Carolina at Chapel Hill and The Howard Hughes Medical Institute (HHMI) use two complementary approaches to unveil a co-evolutionary mechanism between bacteria and plants and also explain complex immune response patterns observed in the wild. Together the papers change the way scientists have been thinking about the relationship of a bacterial antigenic component with its plant immune receptor. The two papers are published back to back in the journal Cell Host & Microbe.

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Neuer Corona-Test entwickelt

Um die Ausbreitung von SARS-CoV-2 einzudämmen ist es notwendig, viele Menschen regelmäßig und vor Ort auf das Virus zu testen. Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie und des Krankenhauses St. Georg in Leipzig haben ein verbessertes Protokoll für den Nachweis von SARS-CoV-2 entwickelt. Diese Methode kann eine positive Probe in einem Pool mit 25 nicht infizierten Proben in weniger als einer Stunde nachweisen.

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A new model can predict the evolution of antibiotic resistance in bacteria

An international research team has developed a model that predicts growth rates and resistance mechanisms of common bacterial mutants at different drug doses / Publication in ‘Nature Ecology & Evolution’

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Modell kann Entwicklung von Antibiotikaresistenzen bei Bakterien voraussagen

Team unter Kölner Beteiligung hat ein Modell entwickelt, das Wachstumsraten und Resistenzentwicklung gängiger Bakterienmutanten bei unterschiedlichen Medikamentendosierungen vorhersagt / Publikation in Nature Ecology & Evolution

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Ursprung des Lebens: Das Henne-Ei-Problem auf der frühen Erde

LMU-Physiker zeigen, dass leicht abgewandelte tRNA-Moleküle sich autonom zu einer Art Kopiereinheit zusammensetzen und Information exponentiell vervielfältigen können. Es sind Schlüsselmoleküle bei der Evolution frühen Lebens.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Sulfur metabolism may have paved the way for evolution of multicellularity

When the slime mold Dictyostelium discoideum runs out of food, sulfur limitation drives its development from a unicellular to a multicellular organism. Researchers now present the nutrient signaling pathways in this early eukaryote in great detail. Their results show how metabolism may have played a crucial role in the origins of multicellularity. Moreover, the findings also have therapeutic implications for more complex organisms such as humans. Targeting sulfur metabolism in cancer cells may enhance anti-tumor immunity.

Quelle: Sciencedaily

Natural History Museum Vienna and Evolution

Exactly 150 years ago, on 24 February 1871, Charles Darwin published his work The Descent of Man. To mark this anniversary the Natural History Museum Vienna aims to draw attention to the close links which exist between its first Superintendent, Ferdinand von Hochstetter (1829-1884), and the revolutionary theory of Charles Darwin (1809-1882). In this context, the museum wishes to raise the profile of the various evolutionary and co-evolutionary processes when redesigning its exhibition halls in the future.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Naturhistorisches Museum Wien und die Evolution

Vor genau 150 Jahren, am 24. Februar 1871, erschien „Die Abstammung des Menschen“ von Charles Darwin.
Das Naturhistorische Museum Wien macht zu diesem Anlass auf enge Bezüge seines Gründungsintendanten Ferdinand von Hochstetter (1829–1884) und der revolutionären Theorie von Charles Darwin (1809–1882) aufmerksam und möchte bei der zukünftigen Neugestaltung der Schausäle die verschiedenen evolutiven und co-evolutiven Prozesse noch deutlicher sichtbar machen.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Mäuse, die lange mit Menschen zusammenleben, lösen Probleme besser

Die Fähigkeit, Probleme zu lösen, ist für Tierarten wahrscheinlich ein wichtiges Merkmal, um in der Nähe des Menschen gute Überlebensbedingungen zu haben. Die Verbesserung dieser Fähigkeit geschieht vermutlich zumindest zum Teil durch evolutionäre Anpassung. Dies zeigte jetzt ein Team des Max-Planck-Instituts für Evolutionsbiologie durch Experimente zum Verhalten verschiedener Unterarten von Hausmäusen.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Evolution of cereal spikes

Plant research: publication in PNAS

A research team led by Prof. Dr. Maria von Korff Schmising from Heinrich Heine University Düsseldorf (HHU) and the Max Planck Institute for Plant Breeding Research (MPIPZ) in Cologne investigated the genetic regulation of spike development in barley and wheat. As reported in the current issue of the Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS), they discovered different barley mutants with wheat-like spikes.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Evolution der Getreideähren

Pflanzenforschung: Veröffentlichung in PNAS

Ein Forschungsteam um Prof. Dr. Maria von Korff Schmising von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) und dem Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung (MPIPZ) in Köln haben die genetische Regulation der Ährenentwicklung in Gerste und Weizen untersucht. Sie entdeckten dabei verschiedene Mutanten der Gerste, die weizenähnliche Ähren aufweisen, wie sie in der aktuellen Ausgabe der Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS) berichten.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft