Kreativ durch Bewegung

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Der verborgene Mechanismus des Weltgeschehens

Seit Jahrtausenden ist die Menschheit bestrebt, die Welt, in der sie lebt, erkennen und verstehen zu lernen. Die Erfahrung führt zu einem wachsenden Tatsachenmaterial und die zunehmende Erkenntnis zu einem sich fortwährend verändernden Weltbild.
Jahrzehntelang sind es fast ausschließlich die Biologen gewesen, die sich an die Aufgabe der Aufstellung eines einheitlichen Weltbilds herangewagt haben, Botaniker und Zoologen, Anatomen und Physiologen.
Die exakten Naturforscher haben sich dagegen lange Zeit hindurch nicht recht getraut, an das Weltbild in seiner Gesamtheit heranzutreten; denn für den exakten Aufbau fehlten zu viele, und zwar großenteils gerade die grundlegenden Bausteine. Erst in neuerer Zeit sind die Naturforscher in die Lage gekommen, den Aufbau guten Mutes zu wagen.
Mit diesem Buch liegt nun ein mutiger Beitrag vor. Es ist eine gemeinverständliche Darstellung biotechnischer Systeme der Welt und des verborgenen Mechanismus‘ unseres Weltgeschehens.

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14.01.2022 09:07

Kreativ durch Bewegung

Beim Laufen kommen einem die besten Ideen? Da ist was dran. Aber auch kleine Bewegungen im Sitzen fördern die Kreativität, wie zwei Forscherinnen herausgefunden haben.

Bewegung hilft, kreativ zu denken. Diese Erkenntnis ist über 2000 Jahre alt – schon die Philosophen im antiken Griechenland wussten davon.

Was aber steckt aus wissenschaftlicher Sicht hinter dem Zusammenhang zwischen Bewegung und Kognition? Was passiert bei einem Spaziergang im Gehirn? Sind Menschen, die sich kaum bewegen, weniger kreativ?

„Unsere Forschung zeigt, dass es nicht die Bewegung an sich ist, die uns hilft, flexibler zu denken“, sagt die Neurowissenschaftlerin Dr. Barbara Händel von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU). Verantwortlich dafür sei stattdessen die Freiheit, selbstbestimmte Bewegungen auszuführen.

Demnach können auch kleine Bewegungen im Sitzen dieselben positiven Effekte auf das kreative Denken haben. Konkrete Bewegungsvorschläge leitet die Forscherin aus ihrer Arbeit aber nicht ab: „Das Wichtige ist, dass die Freiheit da ist, sich ohne externe Vorgaben zu bewegen.“

Nicht zu lange auf kleine Bildschirme starren

Wichtig sei es auch, dass die Bewegung nicht unterdrückt oder in regelhafte Bahnen gezwungen wird. „Das passiert aber leider, wenn der Mensch seinen Fokus zum Beispiel auf einen kleinen Bildschirm richtet“, erklärt die JMU-Forscherin.

Die vermehrte Nutzung von Handy & Co – auch im Bereich der Bildung zu Zeiten der Corona-Pandemie – könne sich daher negativ auf kognitive Prozesse wie die Kreativität auswirken.

Die Experimente, mit denen Barbara Händel und ihre Doktorandin Supriya Murali, das herausgefunden haben, sind detailliert in einer aktuellen Publikation im Fachmagazin Psychological Research beschrieben.

Hintergrund

Wie nimmt der Mensch seine Umwelt wahr? Was bewirken die Sinnesreize im peripheren Nervensystem, was im Gehirn? Welchen Einfluss haben Körperbewegungen auf die Wahrnehmung von Sinnesreizen? Für solche Fragen interessieren sich Forschende wie Barbara Händel aus vielen Gründen. Langfristig könnten ihre Erkenntnisse dazu beitragen, Krankheiten besser zu verstehen, bei denen die Körperbewegung oder Wahrnehmungsprozesse gestört sind.

Ab Februar 2022 führt die Wissenschaftlerin ihre Forschung in der Neurologischen Klinik des Würzburger Universitätsklinikums weiter. Dort will sie sich auf die Themen Parkinson und ADHS konzentrieren.

Die Arbeiten von Barbara Händel werden aus einem Starting Grant des Europäischen Forschungsrates (ERC) gefördert. Diese mit 1,5 Millionen Euro dotierte Auszeichnung vergibt der ERC an exzellente junge Forschende.


Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Dr. Barbara Händel, Institut für Psychologie, Universität Würzburg, T +49 931 31-84194, barbara.haendel@uni-wuerzburg.de


Originalpublikation:

Murali, S., Händel, B. Motor restrictions impair divergent thinking during walking and during sitting. Psychological Research (2022), Open Access: https://doi.org/10.1007/s00426-021-01636-w


Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, jedermann
Gesellschaft, Pädagogik / Bildung, Psychologie
überregional
Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
Deutsch


Quelle: IDW