Schulklassen erhalten Einblicke in das Leben in der Jungsteinzeit

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Phänomen Naturgesetze

Was uns an den beinahe mythischen Denkern der antiken Welt so fasziniert, ist die wundervolle, abgeschlossene Einheit ihres Weltbildes. Mit welcher prachtvollen Gebärde steht einer dieser Denker vor uns, der legendenumrankte Pythagoras etwa, und sagt mit kühlem, unbeirrbarem Blick: Ich halte das Weltgeheimnis in den Händen.
Und hier beginnen die Ziele des vorliegenden Werkes. Es erblickt seine Aufgabe darin, in einem Umfang, der sich noch durcharbeiten lässt, ein wirkliches Verständnis der Welterscheinungen zu geben, soweit die Wissenschaft ein solches besitzt.
Es will gerade das bieten, was man in den vielen Werken über die Welt vergeblich sucht, weil diese den Ehrgeiz haben, möglichst viele Tatsachen zu bringen, deren Verarbeitung dann dem Leser überlassen bleibt.
Hier dagegen wird ein prinzipiell anderer Weg beschritten; die Tatsachen sind nur Hilfsmittel und nicht Endzweck. Es wird genau die Auswahl dessen geboten, was von dem gesamten sicheren Wissen zum Verständnis unseres naturwissenschaftlichen „Weltbildes“ notwendig ist.
Und der Leser dieses Buches kann wie Pythagoras mit unbeirrbaren Augen in die Welt blicken, denn er hält ihr Geheimnis in seinen Händen.

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13.09.2021 16:39

Schulklassen erhalten Einblicke in das Leben in der Jungsteinzeit

Das archäo:labor der Kieler Forschungswerkstatt feiert Eröffnung

Am Montag, 13. September, eröffnete das archäo:labor der Kieler Forschungswerkstatt. Bei Grabungen und Experimenten entdecken Schulklassen der Stufen fünf bis sieben hier künftig, wie die Menschen in der Jungsteinzeit in Schleswig-Holstein gelebt haben, woraus ihre Nahrung bestand oder wie ihre Häuser aussahen. Das Schülerlaborangebot ist eine Zusammenarbeit des Exzellenzclusters ROOTS (Konnektivität von Gesellschaft, Umwelt und Kultur in vergangenen Welten) an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und der Kieler Forschungswerkstatt.

Eine sechste Klasse der Käthe-Kollwitz-Schule Kiel besuchte am Eröffnungstag das neue Themenlabor. Begrüßt wurden sie von Prähistoriker Professor Johannes Müller sowie Umweltarchäologin und Archäobotanikerin Professorin Wiebke Kirleis. Sie leiten das Institut für Ur- und Frühgeschichte der Kieler Universität und sind Mitglieder im interdisziplinären Exzellenzcluster ROOTS. Forscherinnen und Forscher aus den Geistes- und Naturwissenschaften sowie aus den Lebens- und Ingenieurwissenschaften untersuchen hier anhand verschiedener sozialer, kultureller, ökologischer und ökonomischer Aspekte vergangener Gesellschaften die Wurzeln sozialer, umweltbedingter und kultureller Phänomene sowie Prozesse. Die Forschungsergebnisse und der Arbeitsalltag der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Exzellenzcluster sind direkt in die Entwicklung der Angebote im archäo:labor eingeflossen.

„Bei der Ausgestaltung der Lernstationen war es uns wichtig, den Schülerinnen und Schülern nicht nur die archäologischen Inhalte zu vermitteln, sondern ihnen durch möglichst realistische Einblicke in den oftmals von Mythen und Abenteuern geprägten Forschungsbereich auch das wissenschaftliche Arbeiten näherzubringen“, erklärt ROOTS-Sprecher Müller. „Vom eigens angelegten Grabungsfeld über die verschiedenen archäologischen Fundstücke bis hin zu den Werkzeugen ist daher alles so originalgetreu wie möglich.“

Umweltarchäologin Kirleis berichtet den Jungen und Mädchen bei der Eröffnung mehr aus dem Forschungsalltag und was für sie das Besondere an ihrer Arbeit in der Archäobotanik ist: „Die Arbeiten sind sehr vielseitig. Neben dem Ausgraben und dem Gewinnen von Bohrprofilen gehören genauso die Probenaufbereitung im Labor, die Analyse der Funde am Mikroskop und die Datenauswertung am Computer dazu“, so Kirleis. „Es ist faszinierend, aus einer Bodenprobe 6000 Jahre alte Getreidekörner auszuwaschen. Auf diese Wiese schauen wir den Steinzeitleuten regelrecht in den Kochtopf, können ihren Alltag detailgetreu erschließen und sogar alte Kochrezepte rekonstruieren.“

Mit einem zehnminütigen Einführungsvortrag über die Jungsteinzeit von Dr. Katrin Schöps, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) und Leiterin des archäo:labors, startete dann der eigentliche Besuchstag. In Kleingruppen entdeckten die Schülerinnen und Schüler die verschiedenen Stationen zu den menschlichen Grundbedürfnissen Behausung, Ernährung, Bekleidung, Umwelt und soziales Miteinander. So machten sie sich beispielsweise in dem überdachten Grabungsfeld auf die Suche nach archäologischen Fundstücken, aus denen sich in Kombination mit Experimenten Rückschlüsse auf das Leben in der Jungsteinzeit ziehen lassen. Dabei erfahren sie auch, dass man an gefundenen Keramikscherben nicht nur ablesen kann, welche Art von Gefäßen die Menschen in Schleswig-Holstein vor 6000 Jahren benutzt haben. Wenn man Glück hat, kann man anhand der Scherben sogar herausfinden, mit welchen Regionen ein Austausch bestanden hat. „Ich fand die Archäologie schon immer faszinierend, aber dass man aus dem Fund einer einzigen Keramikscherbe so viel Verschiedenes erfährt, hätte ich nicht gedacht“, so eine der Schülerinnen begeistert.

Das Angebot des archäo:labors ist ab sofort über die Webseite der Kieler Forschungswerkstatt buchbar.

Fotos stehen zum Download bereit:
http://www.uni-kiel.de/de/pressemitteilungen/2021/201-kinder-dokumentieren-funde.jpg
http://www.uni-kiel.de/de/pressemitteilungen/2021/201-kinder-dokumentieren-funde2.jpg
http://www.uni-kiel.de/de/pressemitteilungen/2021/201-archaeo-labor.jpg
An der Station Keramik und soziales Miteinander dokumentieren die Schülerinnen ihre Ausgrabungsfunde. Die Scherben geben nicht nur Auskunft darüber, was für Gefäße die Menschen in Schleswig-Holstein in der Jungsteinzeit verwendet haben, sondern auch darüber, mit welchen Regionen sie im Austausch standen.
© Kieler Forschungswerkstatt

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An ihrem Besuchstag im archäo:labor erfahren die Jungen und Mädchen der Klassenstufen 5 bis 7 auch, wie Archäologinnen und Archäologen herausfinden, was die Menschen in der Jungsteinzeit gegessen haben.
© Kieler Forschungswerkstatt

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Johannes Müller, Direktor des Instituts für Ur- und Frühgeschichte der CAU und Sprecher des Exzellenzclusters ROOTS begrüßt die Schülerinnen und Schüler zur Eröffnung des archäo:labors im Hörsaal.
© Kieler Forschungswerkstatt

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Von Wiebke Kirleis erfahren die Jungen und Mädchen von der Käthe-Kollwitz-Schule Kiel am Eröffnungstag des archäo:labors mehr über ihre Arbeit als Umweltarchäologin und Archäobotanikerin.
© Kieler Forschungswerkstatt

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Bevor die Schülerinnen und Schüler an den Lernstationen des archäo:labors praktisch arbeiten, erfahren sie in einem Einführungsvortrag von IPN-Mitarbeiterin und Laborleiterin Dr. Katrin Schöps mehr über das Leben in der Jungsteinzeit.
© Kieler Forschungswerkstatt

Über die Kieler Forschungswerkstatt
Die Kieler Forschungswerkstatt ist eine gemeinsam Einrichtung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN). In den thematischen Laboren beschäftigen sich Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte und Lehramtsstudierende mit wissenschaftlichen Fragestellungen aus den Meeres- und Nanowissenschaften, erfahren mehr über die gesellschaftlichen Aspekte von Energie, erhalten Zugang zu aktuellen Themen aus der humanmedizinischen und biologischen Forschung, entdecken die Robotik oder lernen, warum Boden mehr als nur Dreck ist. Die geisteswissenschaftlichen Werkstätten bieten Angebote aus dem Bereich Sprache, Kunst und Theologie sowie zu historisch-politischen Themen.
Im archäo:labor erfahren Schulklassen bei Grabungen und Experimenten mehr über das Leben in der Jungsteinzeit. Dabei durchlaufen sie in Kleingruppen verschiedene Module zu den menschlichen Grundbedürfnissen Behausung, Ernährung, Bekleidung, Umwelt und soziales Miteinander. Mehr unter: http://www.forschungs-werkstatt.de

Über den Exzellenzcluster ROOTS
Der Exzellenzcluster ROOTS – Konnektivität von Gesellschaft, Umwelt und Kultur in vergangenen Welten – an der Christian-Albrecht-Universität zu Kiel (CAU) untersucht seit 2019 die Wurzeln sozialer, umweltbedingter und kultureller Phänomene und Prozesse, die die menschliche Entwicklung nachhaltig prägen. Dafür erforschen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus Geistes- Sozial-, Natur- und Lebenswissenschaften in einem interdisziplinären Ansatz archäologische und historische „Laboratorien“ unter der Annahme, dass Menschen und ihre Umwelt sich gegenseitig geprägt haben und dabei soziale und umweltrelevante Konnektivitäten geschaffen haben, die bis heute existieren. Mehr unter http://www.cluster-roots.uni-kiel.de

Kontakt archäo:labor:
Kieler Forschungswerkstatt
Katrin Schöps
Telefon: 0431/880-5912
E-Mail: schoeps@ipn.uni-kiel.de

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Presse, Kommunikation und Marketing, Eva Sittig, Text/Redaktion: Heike Groth
Postanschrift: D-24098 Kiel, Telefon: (0431) 880-2104, Telefax: (0431) 880-1355
E-Mail: presse@uv.uni-kiel.de Internet: www.uni-kiel.de Twitter: www.twitter.com/kieluni
Facebook: www.facebook.com/kieluni Instagram: www.instagram.com/kieluni


Weitere Informationen:

http://www.forschungs-werkstatt.de


Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Lehrer/Schüler
Geschichte / Archäologie, Kulturwissenschaften, Pädagogik / Bildung
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer, Schule und Wissenschaft
Deutsch


Quelle: IDW